RELIGION & KAPITALISMUS, BUSINESS & WAHNSINN
ÜBERLEGUNGEN ZUR RELIGIONSKRITIK NACH BENJAMIN.
Mit Mark Schumacher.

Montag, 30.05.2011 | 18:00 Uhr | Universität Bielefeld | Hörsaal 14

Religion und Kapitalismus kommen als Vater und Sohn oder als feindliche Brüder offensichtlich ganz gut miteinander aus. Die Hoffnung, der Kapitalismus würde wenigstens säkulare Verhältnisse schaffen, wird alltäglich enttäuscht. „Alles Stehende und Ständische verdampft, alles Heilige wird entweiht“, hieß es im Kommunistischen Manifest – ja, und doch steht die Religion wieder vor der Tür, als Business, als Lifestyle, als Fundamentalismus. Laut Benjamin ist der Kapitalismus selbst „eine reine Kultreligion, vielleicht die extremste, die es je gegeben hat“. Der ganz normale Wahnsinn, in der Krise besonders augenfällig: notwendig fetischistisch jeden Tag Waren zu tauschen und die Selbstbewegung der Dinge voranzutreiben.

Was sind angesichts dieser Konstellationen von Business und Wahnsinn Fragen einer Religions- als Kapitalismuskritik? Einer Kritik, die weder religiöse Strukturen nachbastelt, weil sie sich vorschnell drüberhinaus meint, noch das Versprechen auf grundlegend andere Verhältnisse kassiert?

Mark Schumacher, Politikwissenschaftler, Hamburg.
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