WAS SONST RAUSFÄLLT
ÜBER VERDRÄNGUNG UND SEXUALITÄT ALS BEDINGUNG BÜRGERLICHER SUBJEKTIVITÄT.
Mit Melanie Babenhauserheide und Sonja Witte.

Samstag, 21.05.2011 | 10:00 Uhr | Universität Bielefeld | V2-200

„Freuds Psychoanalyse und ein Witz haben eines gemeinsam: Sie lassen sich nicht
zusammenfassen. Wer über die Pointe lachen will, muss zuvor den ganzen Witz hören.
[…] Die Psychoanalyse hingegen lediglich als Konglomerat von Freuds
,Ergebnissen‘ oder ,Irrtümern‘ (je nachdem) darzustellen, hieße, die Pointe ohne
den Witz zu erzählen.“
– Peter Schneider

Noch eines haben der Witz und die Psychoanalyse gemeinsam:
Um zur Pointe zu gelangen, stellen vorschnell gefasste Standpunkte meist ein Hindernis dar. So wird der Psychoanalyse häufig vorgeworfen, dass sie ein
patriarchales Frauenbild habe – damit wird oft vor lauter moralischem Eifer die Analyse mit dem politischen Programm verwechselt. Wir möchten in unserem Workshop in Freudsche Kategorien einführen und die Möglichkeit geben, diese gemeinsam zu durchdenken. Wenn wir dabei den Focus auf Sexualität und geschlechtsspezifische Aspekte der Subjektgenese richten, gehen wir von einer Kritischen (Subjekt-)Theorie aus, die das Geschlechterverhältnis nicht als eine ‚Spezialform von Herrschaft‘ neben anderen versteht. Vielmehr möchten wir eine triebtheoretische Lesart Freuds vorstellen, die Sexualität und Verdrängung als Voraussetzungen bürgerlicher Subjektivität begreift. Nicht zuletzt soll diskutiert werden, warum man die Psychoanalyse braucht, um zu begründen, inwiefern das Subjekt weder dem gesellschaftlichen Zusammenhang vorgängig ist noch in diesem umstandslos aufgeht.

Melanie Babenhauserheide und Sonja Witte arbeiten seit Jahren zu Fragen des Geschlechterverhältnisses, zu postnazistischer Generationengeschichte, Psychoanalyse und zu Kritischer Theorie zusammen.

INFO

Für den Workshop wäre es schön, wenn ihr euch bei Interesse unter folgender Adresse anmelden könntet: associationcritique at riseup punkt net
Dies ist weder verbindlich noch notwendig, es dient lediglich dazu, damit wir und die Referentinnen einen ungefähren Überblick über die Menge der Teilnehmer_Innen bekommen. Des Weiteren könnt ihr euch ab dem 09. Mai einen Reader mit den benötigten Texten für den Workshop im Raum der Antifa AG (C1-166) an der Universität Bielefeld abholen. Wenn die_der eine oder andere da schon reinschauen mag, wäre das auch nicht verkehrt.

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