WAS IST EIGENTLICH OPERAISMUS?
Mit Mitgliedern des Kollektivs »wildcat«.

Dienstag, 14.06.2011 | 18.00 | Universität Bielefeld | Hörsaal 14

Operaismus ist ein theoretischer und politischer Ansatz, der aus den tatsächlich stattfindenden Kämpfen entwickelt wird und damit Kritik ist an den versteinerten Kategorien des orthodoxen, zur Weltanschauung gewordenen Marxismus.
Der Klassenkampf wirkt nicht von außerhalb auf „das Kapital“ ein, sondern er konstituiert das Kapitalverhältnis. Er drückt sich nicht nur in einer geschichtlichen Kette von Konflikten, Kämpfen und Aufständen aus, sondern auch in der Akkumulation des Kapitals, in seiner
»organischen Zusammensetzung«, wie Marx das nannte.
In diesem Zusammenhang wird das operaistische Konzept der Klassenzusammensetzung entworfen, das eine Brücke zwischen (revolutionärer) Subjektivität und den materiellen Bedingungen schlägt. Der autoritären Organisierungspraxis des Marxismus-Leninismus stellt der Operaismus damit eine Perspektive der Autonomie entgegen.
Die Rezeption des „Operaismus“ in der BRD war geprägt von Karl-Heinz Roths „Die andere Arbeiterbewegung“. Roth übernimmt darin zwar theoretisch/ideologisch die Begriffe des Operaismus, wird ihm aber in seinem Gesamtgehalt nicht gerecht. Mit dem Erscheinen von „Empire“ (Negri/Hardt) hat sich das noch weiter verschoben – Operaismus ist wieder „in“ und erscheint in Form des „Post-Operaismus“ als Philosophie.

Organisiert von der gewerkschaftsnahen Hochschulgruppe »Alles für Alle«.

Zurück zur Veranstaltungsübersicht