Alles nur Sarrazin? – Rassismus in der Leistungsgesellschaft

Das Buch Vortrag und Diskussion mit Hannah Schultes und Sebastian Friedrich.
Am 5. September 2011, um 20 Uhr in der Extra Blues Bar.

Vor einem Jahr löste Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine nicht enden wollende Diskussion um „Integration“, „Islam“, „Deutschenfeindlichkeit“ und „Fachkräftemangel“ aus. Das mediale Ereignis der »Sarrazindebatte« führte zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken und verband in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und Nützlichkeitsdenken.
Schwerpunktmäßig wird es in der Veranstaltung um die Frage nach Kontinuitäten und Brüchen durch Sarrazin gehen. Es wird sich zeigen, dass die angesprochenen Diskurse keinesfalls „neu“ sind oder durch „Tabubrüche“ zum Vorschein kamen. Vielmehr unterliegen sie Konjunkturen und scheinen in ihrer Verschränkung besonders wirksam zu sein.
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Neonaziaufmärsche in Bielefeld und Bad Nenndorf

Am Samstag (06.08.2011) findet dieses Jahr zum sechsten Mal ein Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf statt. Die Neonazis wollen dort gemeinsam zum Wincklerbad marschieren. Das ehemalige britische Militärgefängnis wird zum Anlass genommen, den Nationalsozialismus zu verharmlosen, die Täter_Innen von damals als Opfer zu verklären und den organisierten Massenmord der Nazis zu relativieren. Gegen den geschichtsrevisionistischen Aufmarsch wird es auch dieses Jahr wieder Gegenproteste geben.

Wie außerdem vor kurzem bekannt geworden ist, will ein Teil der Neonazis im Anschluss an ihren „Trauermarsch“ nach Bielefeld fahren, um dort unter dem Motto „Straftätern die Räume nehmen – AJZ dichtmachen!“ gegen das hiesige selbstverwaltete Arbeiter_innenjugendzentrum (AJZ) zu demonstrieren. Die Demo wurde ab 18 Uhr angemeldet. Auch in Bielefeld wird es diverse Aktionen gegen den geplanten Neonaziaufmarsch geben.

Weitere Informationen:

Mobilisierungsseite gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf
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Aktuelle Infos und Updates bzgl. des geplanten Aufmarschs in Bielefeld auf der Seite der Autonomen Antifa Bielefeld

Stephan Grigat: Das iranische Regime und seine europäischen Förderer

In dem Vortrag sollen Charakteristika der iranischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für Israel dargestellt werden. Die europäische Unterstützung für das Regime in Teheran wird ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Es soll gefragt werden, warum Deutschland bis heute einer der wichtigsten Handelspartner des iranischen Regimes ist und inwiefern sich im fortgesetzten Appeasement gegenüber den Machthabern in Teheran ein postnazistisches Bedürfnis artikuliert. Zudem soll die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und für die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits diskutiert werden.

Wann und wo?

13.07.2011 | 19:30 Uhr | Ort: T2-121 (Universität Bielefeld)

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses www.stopthebomb.net Herausgeber von „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“ (ça ira 2006) und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008) sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Studienverlag 2010).

Was uns beherrscht II – Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse (11.05. – 17.06.2011)

Es geht weiter. Mit der Veranstaltungsreihe »Was uns beherrscht« haben wir im letzten Jahr begonnen, gesellschaftliche Verhältnisse zu analysieren und zu kritisieren. Es ging uns in den ersten elf Veranstaltungen vor allem darum, mit der Suche nach den Ursachen für bestehendes Leid, Gewalt, Herrschaft und Unfreiheiten zu beginnen. Wir wollten eine öglichkeit bieten, sich mit verschiedenen Themen emanzipatorisch auseinanderzusetzen, Debatten anregen und durch zaghafte und gleichwohl ungemindert kritische Blicke auf die Realität versuchen, (uns) klarer zu machen, was alles und warum es verkehrt läuft.
An diesem Vorhaben halten wir fest und setzen daher die Veranstaltungsreihe fort. Wir sind uns immer noch bewusst, dass wir im ersten Versuch nicht alles angesprochen haben, was zu thematisieren wäre. Deshalb wollen wir mit der Fortsetzung der Veranstaltungsreihe noch weitere gesellschaftliche Phänomene und deren Ursachen in den Blick nehmen. Gleichwohl erhebt das Veranstaltungsprogramm immer noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit; es ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern viel mehr als ›work in progress‹ zu betrachten, das als Anregung zur Weiterbeschäftigung mit emanzipatorischen, herrschaftskritischen Ansätzen und Theorien dienen soll. Außerdem wollen wir unserem Anspruch Rechnung tragen, die gesellschaftliche Realität aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten sowie bereits erfolgte Einblicke zu vertiefen.
Umso mehr freuen wir uns daher darüber, dass diese Veranstaltungsreihe durch die Beteiligung von weiteren Gruppen noch bereichert wird.
Die vielen Besucher_Innen der ersten Veranstaltungsreihe haben gezeigt, dass wir mit dem Interesse, sich mit gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander zusetzen, nicht alleine sind und uns motiviert, die Veranstaltungsreihe fortzusetzen. Auch dieses Mal möchten wir wieder dazu einladen, uns bei dem Versuch zu begleiten, die Fragen zu beantworten, wie Menschen durch Rassismus, Sexismus, Antisemitismus u.a. systematisch unterdrückt werden und was sie, durch offene und verdeckte Herrschaftsmechanismen, beherrscht. Durch diese Veranstaltungen hoffen wir Antworten darauf geben zu können, warum und wie dies geschieht und ein kritisches Bewusstsein dafür zu schaffen, was daran falsch ist.

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Vortrag & Diskussion mit Bernard Schmid: Nach den Revolten in Tunesien und Ägypten – Rückschlag in Lybien? Droht alles zum Alten zurückzukehren?

Vortrag und Diskussion mit Bernard Schmid.
Sonntag, 17. April 2011. 20 Uhr. Bürgerwache Bielefeld.

Das Jahr 2011 begann in vielerlei Hinsicht überraschend. Zwei mehr oder weniger erfolgreiche Revolutionen in arabischen Ländern, ein dreifacher Atomunfall in Japan – und danach eine breit angelegte Repression in Teilen des arabischen Raums: Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen.

Nordafrika nimmt dabei seit Jahresbeginn eine zentrale Position ein. Die Umbrüche dort – besonders in Tunesien und Ägypten – und die weitere Entwicklung (einschlieβlich der Niederschlagung von Bewegungen, die Veränderung einfordern, anderorts) haben weltweite Auswirkungen. Die demokratischen und sozialen Revolten beflügelten zunächst Protestwillige in zahlreichen Ländern andernorts. Von Angola bis China fanden zumindest Nachahmungsversuche statt, unter Nutzung von Facebook und Internet ebenso wie auf der Straβe. Auch auf die internationale Tourismusindustrie, den Erdölpreis und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nord- und Südufer des Mittelmeers sowie die Debatte über die „Schulden“ so genannter Entwicklungsländer entfalteten die Ereignisse erhebliche Auswirkungen.
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»18 Tage, die die Welt erschütterten« | Diskussion & Austausch über die arabische Revolte

Über Jahrzehnte versicherte die Gewalt in Tunesien, Ägypten und anderswo im Norden Afrikas und im Nahen Osten, dass es so, wie es ist, bleiben wird. Nur selten wagten die Unterdrückten ihre Stimme zu erheben; die Mubaraks und Ben Alis saßen umso fester im Sattel. Hatte man doch den Menschen mit unbändiger Gewalt eingebläut, dass man nur mit Unterwürfigkeit weiterkommt. Und die so genannte freie Welt wusste die Gängelung und Beleidigung der Menschen nach Kräften zu unterstützen.

Seit Beginn des Jahres aber wagt niemand mehr zu sagen: »Was ihr wollt, das geht niemals.« Gegen alles Gerede von mangelnder Reife zur Demokratie, sind es vor allem Jugendliche, die die Dinge, die sie betreffen, in ihre eigenen Hände nehmen. Und sie begehren auf gegen die Regimes von Mubarak und Ben Ali, begehren auf im Namen der Freiheit gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Gaunerei.

Und der Westen? Es brauchte Zeit, viel Zeit, bis die nicht vorgesehenen Ereignisse eingeordnet waren. Längst aber hat man die richtigen Worte gefunden, fordert einen geordneten Übergang – wohl unter Führung der alten Machtelite – und gängelt die Menschen auch weiterhin mit allzu klugen regierungsamtlichen Vorschlägen. Unter allen Umständen soll verhindert werden, dass die Menschen in Tunesien und Ägypten ihre eigenen Erfahrungen machen. Und so haben sich die beredten Anwälte des Bestehenden nur zu laut vernehmbar in Stellung gebracht und verraten erneut, nachdem sie die »Grüne Bewegung« erst 2009 im Iran im Stich gelassen haben, die Freiheit an eine vermeintliche Stabilität und Sicherheit.

Wir wollen versuchen, uns über die sich überschlagenden Ereignisse im arabischen Raum auszutauschen; was genau passiert dort eigentlich gerade? Wie ist die Situation einzuschätzen? Mit wem und womit können und sollten wir solidarisch sein? Wie können wir darüberhinaus unsere Solidarität auch zum Ausdruck bringen? Wo sollten wir aber auch kritisch sein? Und was können wir noch Lernen von den Aufständen und Protesten dort?

Dazu möchten wir alle Interessierten herzlich einladen.

Wann und wo? 24.02.11 | 20 Uhr | Bürgerwache Bielefeld

Nachwort zur Veranstaltungsreihe

Die Veranstaltungsreihe „Was uns beherrscht – Zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse“ ist vorbei.
Es ging uns in den elf Veranstaltungen vor allem darum, mit der Suche nach den Ursachen für bestehendes Leid, für Gewalt und Unfreiheiten zu beginnen. Wir wollten eine Möglichkeit bieten, in der sich mit verschiedenen Themen emanzipatorisch auseinandergesetzt werden kann. Wir wollten Debatten anregen und durch zaghafte und gleichwohl ungemindert kritische Blicke auf die Realität versuchen, (uns) klarer zu machen, was alles und warum es verkehrt läuft.
All die ganzen Besucher_Innen haben gezeigt, dass wir mit dem Interesse, sich mit den herrschenden Verhältnissen auseinanderzusetzen und sich mit Themen und Fragen zu beschäftigen, die in der Schule und im universitären Normalbetrieb trotz ihrer Bedeutung und Dringlichkeit für gewöhnlich kaum Beachtung finden, nicht alleine sind. Von der tollen Resonanz positiv überrascht, möchten wir an dieser Stelle nicht nur für all das gute Feedback danken. Unser Dank gilt allen Besucher_Innen der Veranstaltungsreihe. Wir hoffen, dass die Beiträge für euch genauso spannend und interessant waren, wie für uns. Und wir hoffen darüber hinaus, dass die Veranstaltungsreihe zur weiteren Beschäftigung mit emanzipatorischen Ideen und Inhalten, sowie radikaler Kritik anregt.
Herzlicher Dank gilt natürlich auch den Referent_Innen dieser Veranstaltungsreihe.
Außerdem möchten wir uns bei allen bedanken, die uns bei der Organisation und Durchführung geholfen haben und ohne die diese Reihe nicht machbar gewesen wäre. Insbesondere danken wir der Antifa AG für all die Unterstützung und die tolle Zusammenarbeit, die in Zukunft hoffentlich kein Ende finden wird.
Leider war es uns aus verschiedenen Gründen letztlich nicht möglich, die angekündigte Party noch zu veranstalten. Sie wird also definitiv nicht stattfinden. Dafür möchten wir uns bei allen entschuldigen.
Desweiteren sei hier angekündigt, dass eine weitere Nachbearbeitung der Beiträge noch folgen wird. Die Vorträge werden so bald wie möglich als Audio-Dateien auf diesem Blog für alle zugänglich gemacht. Wir arbeiten gerade daran. Die Vorträge sind als Audiodateien hier zu finden.
Wie bereits angekündigt werden wir die Reihe „Was uns beherrscht“ im nächsten Jahr fortsetzen, um dem postulierten Anspruch Rechnung zu tragen, sich mit einigen Themen auseinanderzusetzen, die in der abgeschlossenen Veranstaltungsreihe nicht thematisiert wurden beziehungsweise bereits erfolgte Einblicke zu vertiefen und diese Themen aus anderen, freilich emanzipatorischen, Perspektiven zu betrachten.
Wir möchten zum Schluss auch noch einmal alle dazu ermutigen Kritik zu äußern, so dass wir beim nächsten Mal versuchen können, den einen oder anderen Fehler zu vermeiden und das ganze Projekt besser zu machen. Über weitere Ideen, Anregungen und Feedback würden wir uns freuen. Übrigens: Die Planung der zweiten „Was uns beherrscht“-Reihe hat bereits begonnen. Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen euch dort alle wiederzusehen.

„Was uns beherrscht…“ – Veranstaltungsreihe zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse.

»Wir mögen nicht wissen, was der Mensch und was die rechte Gestaltung der menschlichen Dinge sei, aber was er nicht sein soll und welche Gestaltung der menschlichen Dinge falsch ist, das wissen wir, und einzig in diesem bestimmten und konkreten Wissen ist uns das Andere, Positive, Offen.« Theodor W. Adorno

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WE DON‘T NEED NO EDUCATION!

Keine Bildung für Staat und Kapital!
Download (PDF) | Anhören | Demo-Bericht auf Indymedia | Fotos

Aufruf zum antikapitalistischen Block

Auch dieses Jahr geht der Bildungsstreik weiter. Studierende und SchülerInnen kritisieren Studiengebühren, die ökonomische Ausrichtung der universitären Inhalte und den Mangel an demokratischer Mitbestimmung. Prominente Forderungen sind »selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck«, »freier Bildungszugang für alle Menschen, Lehrmittelfreiheit und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren«, »öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe« sowie die »radikale Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen«. Derlei Forderungen verkennen jedoch gänzlich den Zweck des hiesigen Bildungsbetriebs: die Menschen auf die Verwertung am (Arbeits-)Markt vorzubereiten und als Staatsbürger zu erziehen. Um sich Klarheit über den richtigen Inhalt der Kritik zu verschaffen, bedarf es eines genaueren Verständnisses der Zwecke, welche die Misere der Bildung notwendig werden lässt.

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Über die „Bürgerbewegung“ Pro NRW und ihre Kritiker_Innen

Hastig verfasstes Flugblatt anlässlich des Pro NRW-Wahlkampfes in Bielefeld am 03. Mai 2010. In dieser Online-Version gibt es kleine nachträgliche Änderungen, die wir zum Teil aber für sehr wichtig halten. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse des Tages gibt es hier. Update: Mittlerweile sehen wir einige inhaltliche Punkte dieses Flugblatts anders. Zur Dokumentation soll es hier aber dennoch verfügbar bleiben.

Über die „Bürgerbewegung“ Pro NRW und ihre Kritiker_innen

Eine fragmentarische Kritik

Am 09. Mai 2010 sind wieder Landtagswahlen in NRW und auch die selbst ernannte Bürgerbewegung Pro NRW wirbt deswegen, wie alle anderen Parteien auch, um die Gunst der Wähler_Innenschaft. Pro NRW plant dabei für den Stimmenfang vom 3. bis zum 8. Mai eine Wahlkampftour. Heute, am ersten Tag ihrer Tour wollen sie Minden, Bad Salzuflen, Bielefeld und Gütersloh bereisen. Das ruft natürlich auch jede Menge Kritiker_Innen dieser rassistischen Partei auf den Plan. Die Kritik an Pro NRW finden wir dabei aber überwiegend unzulänglich und falsch. Dazu ein paar Gedanken. (mehr…)