Zum Zusammenhang von kapitalistischer Vergesellschaftung und nationalistischer Ideologie

Gehalten von Martin Dornis am 12.05.2011 in der Universität Bielefeld.

Der Vortrag befasst sich mit dem Verhältnis von kapitalistischer Gesellschaft, Staat, Krise und nationalistischer Ideologiebildung.
Es wird erörtert, ob und inwieweit es einen deutschen Sonderweg gibt, was es heißt, von einem deutschen Kapitalismus zu sprechen und was das deutsche Modell heute so attraktiv macht für historische Nachzügler kapitalistischer Entwicklung.
Hier wird auch zur Sprache kommen, was in Deutschland „Krise“ bedeutet.

Dabei wird die marxsche Kritik an Wert, abstrakter Arbeit und der Warenförmigkeit der Produkte erläutert und dargelegt, wieso dazu auch die Individuen durch den Staat in die Form des Subjekts gebracht werden mussten.
Die marxsche Kritik war zwar im speziellen eine Kritik des liberalen Kapitalismus, die aber dabei im Allgemeinen auch auf die totalitäre Tendenz dieser Gesellschaft abzielte. So, wie der Nazifaschismus bereits im frühen Kapitalismus in Keimform angelegt war, kann bereits auch die marxsche Kritik als vorauseilende Kritik am Nazifaschismus
gelesen werden.
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Martin Dornis lebt in Leipzig, studierte Philosophie, Ökonomie und Erziehungswissenschaften. Er veröffentlichte Texte über Ideologiekritik, Antisemitismus, Krisentheorie und materialistische Gesellschaftskritik.
Zu letzt von ihm erschienen: Der Meister aus Deutschland. Zur Kritik der Ideologie des Todes, in: Alex Gruber/ Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft, Freiburg 2011: ça ira.

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