Georg Lukács und die Ohnmacht der Arbeiterklasse

MBGeorg Lukács und die Ohnmacht der Arbeiterklasse

Vortrag und Diskussion mit Markus Bitterolf

07.10.2013 | 20:00 Uhr
Extra Blues Bar | Eine Veranstaltung im Rahmen des Roten Montags

Daß „die Weltrevolution um die Ecke ist“, wie sich Leo Löwenthal einmal ausdrückte, blieb nicht nur für viele politisch Linke in den Jahren nach der Oktoberrevolution gewiß. So auch für Georg Lukács. Warum sich allerdings das „Tempo der Entwicklung der Revolution“ verlangsamt hatte und wie diese Erkenntnis mit der „Erkenntnis von Gesellschaft und Geschichte“ zusammenhing, diese Frage wollte Lukács beantworten. Vor dem Hintergrund von „Krieg, Krise und Revolution“ schrieb er acht Aufsätze, die damals einen der radikalsten Versuche bedeuteten, das Revolutionäre an Marx durch Weiterführung der Hegelschen Dialektik wieder aktuell zu machen. Als sie 1923 unter dem Titel Geschichte und Klassenbewußtsein erschienen, war zunächst kaum vorauszusehen, welche Bedeutung diesem Band vergönnt sein sollte. Der wichtigste Essay über Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats orientierte sich an Marx‘ Kritik des Fetischcharakters der Ware und wollte gleichzeitig begründen, warum das Proletariat sich als revolutionäres Subjekt konstituieren müsse. Dem Materialismus, wie ihn Max Horkheimer bestimmte, blieb es überlassen zu fragen, wie die Aktualität der Revolution mit der Erfahrung ihres Scheiterns zusammen hing, wie die Entwicklung in der Sowjetunion zu beurteilen sei und warum sich das Proletariat nicht als Subjekt-Objekt der Geschichte konstituieren wollte, wie es Lukács‘ Theorie darlegte.

Es spricht Markus Bitterolf, Mitherausgeber des Bandes Verdinglichung, Marxismus, Geschichte. Von der Niederlage der Novemberrevolution zur kritischen Theorie (ça ira 2012).