Eskimo Limon 9 – Lesung in Bielefeld

DiehlEskimo Limon 9

Lesung mit Sarah Diehl

28.05.2013 | 20:00 Uhr
Filmhaus Kino | August-Bebel-Str. 94, Bielefeld

Willkommen in Niederbrechen: Eine jüdische Familie zieht in die hessische Provinz.

Eskimo Limon 9 ist ein Culture-Clash der besonderen Art, bei dem die eine Seite eigentlich nur in Ruhe arbeiten, die andere jedoch um jeden Preis aufarbeiten will. Mutig, blitzgescheit und mit rasantem Witz unterzieht Sarah Diehl die deutsche Gedenkkultur einem radikalen Praxistest, der gleich zwei Vorstellungswelten platzen lässt.

Vor einem frisch verputzten Reihenhaus in einem kleinen hessischen Dorf fährt ein Taxi vor. Auftritt Familie Allon aus Tel Aviv: Vater Chen, Mutter Ziggy und der elfjährige Eran beziehen ihr neues Heim. Während die Allons sich gemütlich einrichten, stellt sich für die alarmierte Dorfgemeinschaft die bange Frage: Wie geht man mit den Neuen um?
Während sich Chen in die Arbeit stürzt und Ziggy versucht, sich mithilfe des altlinken Dorfkauzes Rainer Koffel in der neuen Heimat zurechtzufinden, klärt Eran seine interessierten Mitschüler darüber auf, dass die Eis am Stiel-Filme, anders als von der Dorfjugend vermutet, nicht aus Italien, sondern aus Israel kommen – wo sie Eskimo Limon heißen. Während also kein Mangel an Gesprächsstoff besteht und die Voraussetzungen für eine gelungene Integration eigentlich bestens sind, verspürt die Dorfbevölkerung das zunehmende Bedürfnis, unter Zuhilfenahme der Zugezogenen das Dritte Reich aufzuarbeiten. Dabei tritt in einem Reigen von Missverständnissen die Wahrheit zutage: Die Deutschen wissen zwar vieles über Judenvernichtung – aber kaum etwas über Juden …

Pressestimmen zu Eskimo Limon 9

»Eskimo Limon 9 ist ein bemerkenswertes deutsches Buch über Juden und Israel, glaubhaft erzählt, mit vielen Details der deutsch-jüdischen Begegnungen, über die man in dieser Klarheit selten in einem Buch gelesen hat.«
Jüdische Allgemeine Zeitung

»Mit Eskimo Limon 9 hat Sarah Diehl einen entzückenden, popkulturell versierten Roman über Identitäten und Heimweh geschrieben. Es ist die Geschichte über die Bruchstücke, die man über andere Kulturen weiß, und die Lücken, die bleiben, wenn man versucht, aus diesen Bruchstücken eine Welt zu bauen. Diehl hat diese Bruchstücke, all die Popkulturphänomene, all die Figuren zu einer schlauen und unterhaltsamen Geschichte addiert, denn das ist genau das, was gute Literatur macht.«
Maren Keller, Spiegel Online