Gesellschaftskritik und Psychoanalyse

Gesellschaftskritik und Psychoanalyse

Vortrag und Diskussion mit Dr. phil. Christine Kirchhoff.

26.01.2012 | 19:00 Uhr
Raum D2-152 | Universität Bielefeld
(Der Weg zum Raum wird ausgeschildert sein)

Theodor W. Adorno bezeichnete die Psychoanalyse als die einzige Psychologie, „die im Ernst den subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität nachforscht“. Im Vortrag soll es darum gehen, diese Feststellung zu entfalten und auf ihre Voraussetzungen und Konsequenzen zu befragen.
Was heißt hier objektiv? Warum ist diese irrational? Was wäre demgegenüber rational? Ist Gesellschaftskritik auf Psychoanalyse verwiesen und warum? Warum ist die Psychoanalyse – zumindest der Möglichkeit nach – eine kritische Theorie? Warum ist es überhaupt wichtig, sich auch mit der individuellen Ver- und Bearbeitung gesellschaftlicher Verhältnisse zu befassen?
Zunächst wird es also mit Marx und kritischer Theorie darum gehen, was unter gesellschaftlicher Objektivität zu verstehen ist (Begriff der Gesellschaft, Verselbständigung, Verkehrung, Wert- und Subjektform).
Ausgehend von diesen Bestimmungen geht es im zweiten Teil des Vortrages um die subjektiven Bedingungen, also um die Psychoanalyse als kritische Theorie des Subjekts, um das Verhältnis von Natur und Kultur im Menschen, um Sexualität und Triebe, die Freudsche Metapsychologie und wiederum darum, was das alles mit Gesellschaftskritik zu tun hat.

Der Vortrag ist insgesamt so konzipiert, dass er als Einführung ins Thema geeignet ist, Vorkenntnisse schaden allerdings auch nicht.

Dr. phil. Christine Kirchhoff Psychologin, lebt in Berlin. Mitherausgeberin von Gesellschaft als Verkehrung, Autorin von „Zeit und Bedeutung: Das psychoanalytische Konzept der Nachträglichkeit. Zum Thema: Wozu noch Metapsychologie, Hass auf Vermittlung und Lückenphobie. Zur Aktualität der Psychoanalyse (Phase 2/41).

Was noch zu sagen wäre

Anmerkungen zu den Aufrufen gegen die Neonazi-Demonstration in Bielefeld am 24.12.

Wenn heute, am 24.12.2011, Neonazis in Bielefeld gegen das hiesige autonome Zentrum demonstrieren wollen, werden viele Menschen das zu verhindern suchen. Die Hoffnung, dass es gelingen wird, die Pläne der Neonazis zunichte zu machen, ist berechtigt. Bereits im August mussten etwa 150 Neonazis unverrichteter Dinge ihren Heimweg antreten, nachdem ihnen von etwa 500 Gegendemonstrant_innen der Weg blockiert worden war. Viel spricht dafür, dass uns das auch diesmal wieder gelingen wird. Weniger erfreulich hingegen ist, was sich in manchen Aufrufen zu den Gegenaktivitäten lesen lässt, oder vielmehr: was sich gerade nicht lesen lässt. (mehr…)

Feindbild Islam? Vortrag und Diskussion

Feindbild Islam?

Autoritarismen im Islam, Autoritarismen gegen den Islam und das Dilemma kritischer Forschung
Vortrag und Diskussion mit Floris Biskamp.

12.01.2012 / 19:00 Uhr
Bürgerwache (Saal), Bielefeld

Es gibt in Deutschland seit einigen Jahren ein klar erkennbares Ressentiment gegen den Islam und gegen Muslime. Es gibt Parteien, vielgenutzte Internetplattformen und vielverkaufte Bücher, die auf kaum etwas anderem beruhen als auf der Hetze gegen den Islam. Dabei handelt es sich nicht einfach um Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit, sondern um ein spezifisches Feindbild Islam. Der Islam wird als Islam, Muslime werden als Muslime angegriffen. Solches Ressentiment zu benennen und zu kritisieren ist unbedingte Aufgabe einer an Emanzipation orientierten Forschung. Neben diesem Autoritarismus gegen den Islam gibt es aber auch Autoritarismen im Islam. Diese gehen weit über den islamistischen Terrorismus hinaus und betreffen große Teile der islamischen Orthodoxie und des deutschen Verbandsislams. Auch hier ist Kritik notwendig.
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Tagung zur Kritischen Theorie und Emanzipation


„…alles als infam zu empfinden, was das Bestehende ausmacht“ (Leo Löwenthal) – Kritische Theorie und Emanzipation

11.11. und 12.11.2011 Universität Bielefeld

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Imagine there’s no Deutschland

Imagine there's no Deutschland

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Alles nur Sarrazin? – Rassismus in der Leistungsgesellschaft

Das Buch Vortrag und Diskussion mit Hannah Schultes und Sebastian Friedrich.
Am 5. September 2011, um 20 Uhr in der Extra Blues Bar.

Vor einem Jahr löste Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine nicht enden wollende Diskussion um „Integration“, „Islam“, „Deutschenfeindlichkeit“ und „Fachkräftemangel“ aus. Das mediale Ereignis der »Sarrazindebatte« führte zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken und verband in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und Nützlichkeitsdenken.
Schwerpunktmäßig wird es in der Veranstaltung um die Frage nach Kontinuitäten und Brüchen durch Sarrazin gehen. Es wird sich zeigen, dass die angesprochenen Diskurse keinesfalls „neu“ sind oder durch „Tabubrüche“ zum Vorschein kamen. Vielmehr unterliegen sie Konjunkturen und scheinen in ihrer Verschränkung besonders wirksam zu sein.
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Neonaziaufmärsche in Bielefeld und Bad Nenndorf

Am Samstag (06.08.2011) findet dieses Jahr zum sechsten Mal ein Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf statt. Die Neonazis wollen dort gemeinsam zum Wincklerbad marschieren. Das ehemalige britische Militärgefängnis wird zum Anlass genommen, den Nationalsozialismus zu verharmlosen, die Täter_Innen von damals als Opfer zu verklären und den organisierten Massenmord der Nazis zu relativieren. Gegen den geschichtsrevisionistischen Aufmarsch wird es auch dieses Jahr wieder Gegenproteste geben.

Wie außerdem vor kurzem bekannt geworden ist, will ein Teil der Neonazis im Anschluss an ihren „Trauermarsch“ nach Bielefeld fahren, um dort unter dem Motto „Straftätern die Räume nehmen – AJZ dichtmachen!“ gegen das hiesige selbstverwaltete Arbeiter_innenjugendzentrum (AJZ) zu demonstrieren. Die Demo wurde ab 18 Uhr angemeldet. Auch in Bielefeld wird es diverse Aktionen gegen den geplanten Neonaziaufmarsch geben.

Weitere Informationen:

Mobilisierungsseite gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf
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Aktuelle Infos und Updates bzgl. des geplanten Aufmarschs in Bielefeld auf der Seite der Autonomen Antifa Bielefeld

Stephan Grigat: Das iranische Regime und seine europäischen Förderer

In dem Vortrag sollen Charakteristika der iranischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für Israel dargestellt werden. Die europäische Unterstützung für das Regime in Teheran wird ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Es soll gefragt werden, warum Deutschland bis heute einer der wichtigsten Handelspartner des iranischen Regimes ist und inwiefern sich im fortgesetzten Appeasement gegenüber den Machthabern in Teheran ein postnazistisches Bedürfnis artikuliert. Zudem soll die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und für die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits diskutiert werden.

Wann und wo?

13.07.2011 | 19:30 Uhr | Ort: T2-121 (Universität Bielefeld)

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses www.stopthebomb.net Herausgeber von „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“ (ça ira 2006) und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008) sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Studienverlag 2010).

Was uns beherrscht II – Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse (11.05. – 17.06.2011)

Es geht weiter. Mit der Veranstaltungsreihe »Was uns beherrscht« haben wir im letzten Jahr begonnen, gesellschaftliche Verhältnisse zu analysieren und zu kritisieren. Es ging uns in den ersten elf Veranstaltungen vor allem darum, mit der Suche nach den Ursachen für bestehendes Leid, Gewalt, Herrschaft und Unfreiheiten zu beginnen. Wir wollten eine öglichkeit bieten, sich mit verschiedenen Themen emanzipatorisch auseinanderzusetzen, Debatten anregen und durch zaghafte und gleichwohl ungemindert kritische Blicke auf die Realität versuchen, (uns) klarer zu machen, was alles und warum es verkehrt läuft.
An diesem Vorhaben halten wir fest und setzen daher die Veranstaltungsreihe fort. Wir sind uns immer noch bewusst, dass wir im ersten Versuch nicht alles angesprochen haben, was zu thematisieren wäre. Deshalb wollen wir mit der Fortsetzung der Veranstaltungsreihe noch weitere gesellschaftliche Phänomene und deren Ursachen in den Blick nehmen. Gleichwohl erhebt das Veranstaltungsprogramm immer noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit; es ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern viel mehr als ›work in progress‹ zu betrachten, das als Anregung zur Weiterbeschäftigung mit emanzipatorischen, herrschaftskritischen Ansätzen und Theorien dienen soll. Außerdem wollen wir unserem Anspruch Rechnung tragen, die gesellschaftliche Realität aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten sowie bereits erfolgte Einblicke zu vertiefen.
Umso mehr freuen wir uns daher darüber, dass diese Veranstaltungsreihe durch die Beteiligung von weiteren Gruppen noch bereichert wird.
Die vielen Besucher_Innen der ersten Veranstaltungsreihe haben gezeigt, dass wir mit dem Interesse, sich mit gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander zusetzen, nicht alleine sind und uns motiviert, die Veranstaltungsreihe fortzusetzen. Auch dieses Mal möchten wir wieder dazu einladen, uns bei dem Versuch zu begleiten, die Fragen zu beantworten, wie Menschen durch Rassismus, Sexismus, Antisemitismus u.a. systematisch unterdrückt werden und was sie, durch offene und verdeckte Herrschaftsmechanismen, beherrscht. Durch diese Veranstaltungen hoffen wir Antworten darauf geben zu können, warum und wie dies geschieht und ein kritisches Bewusstsein dafür zu schaffen, was daran falsch ist.

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Vortrag & Diskussion mit Bernard Schmid: Nach den Revolten in Tunesien und Ägypten – Rückschlag in Lybien? Droht alles zum Alten zurückzukehren?

Vortrag und Diskussion mit Bernard Schmid.
Sonntag, 17. April 2011. 20 Uhr. Bürgerwache Bielefeld.

Das Jahr 2011 begann in vielerlei Hinsicht überraschend. Zwei mehr oder weniger erfolgreiche Revolutionen in arabischen Ländern, ein dreifacher Atomunfall in Japan – und danach eine breit angelegte Repression in Teilen des arabischen Raums: Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen.

Nordafrika nimmt dabei seit Jahresbeginn eine zentrale Position ein. Die Umbrüche dort – besonders in Tunesien und Ägypten – und die weitere Entwicklung (einschlieβlich der Niederschlagung von Bewegungen, die Veränderung einfordern, anderorts) haben weltweite Auswirkungen. Die demokratischen und sozialen Revolten beflügelten zunächst Protestwillige in zahlreichen Ländern andernorts. Von Angola bis China fanden zumindest Nachahmungsversuche statt, unter Nutzung von Facebook und Internet ebenso wie auf der Straβe. Auch auf die internationale Tourismusindustrie, den Erdölpreis und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nord- und Südufer des Mittelmeers sowie die Debatte über die „Schulden“ so genannter Entwicklungsländer entfalteten die Ereignisse erhebliche Auswirkungen.
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